Tausend Kerzen 
brennen schweigend durch die Nacht,

haben Türen zu jedem Herzen  aufgemacht,

    tausend Stimmchen  hör' ich singen, 
                  Weihnachtszauber,  Weihnachtsstimmung, 
Weihnachtsgeschichten die sehr
                                     nachdenklich stimmen!

                              Einsam am Heiligen Abend

Erzählt von Herman Bang
http://www.feierabend.com/

Jedesmal wenn Weihnachten kommt, muß ich an Herrn Sörensen denken. 
Er war der erste Mensch in meinem Leben, der ein einsames Weihnachtsfest feierte, und das habe ich nie vergessen können.
Herr Sörensen war mein Lehrer in der ersten Klasse. Er war gut, im Winter bröselte er sein ganzes Frühstücksbrot für die hungrigen Spatzen vor dem Fenster zusammen.
Und wenn im Sommer die Schwalben ihre Nester unter den Dachvorsprung klebten, zeigte er uns die Vögel, wie sie mit hellen Schreien hin und her flogen. Aber seine Augen blieben immer betrübt.
Im Städtchen sagten sie, Herr Sörensen sei ein wohlhabender Mann.
„Nicht wahr, Herr Sörensen hat Geld?" fragte ich einmal meine Mutter. „Ja, man sagt's." - 
„Ja ... ich hab' ihn einmal weinen sehen, in der Pause, als ich mein Butterbrot holen wollte ..."
Herr Sörensen ist vielleicht so betrübt, weil er so allein ist", sagte meine Mutter. 
„Hat er denn keine Geschwister?" fragte ich. „Nein - er ist ganz allein auf der Welt..."

Als dann Weihnachten da war, sandte mich meine Mutter mit Weihnachtsbäckereien zu Herrn Sörensen. Wie gut ich mich daran erinnere. 
Unser Stubenmädchen ging mit, und wir trugen ein großes Paket, mit rosa Band gebunden, wie die Mutter stets ihre Weihnachtspäckchen schmückte. Die Treppe von 
Herrn Sörensen war schneeweiß gefegt. Ich getraute mich kaum einzutreten, so rein war der weiße Boden. Das Stubenmädchen überbrachte die Grüße meiner Mutter. Ich sah mich um.

Ein schmaler hoher Spiegel war da, und rings um ihn, in schmalen Rahmen, lauter schwarzgeschnittene Profile, wie ich sie nie vorher gesehen hatte.
Herr Sörensen zog mich ins Zimmer hinein und fragte mich, ob ich mich auf  Weihnachten freue. Ich nickte. „Und wo wird Ihr Weihnachtsbaum stehen, Herr Sörensen?" - 
„Ich? Ich habe keinen, ich bleibe zu Hause." 
Und da schlug mir etwas aufs Herz beim Gedanken an Weihnachten in diesem „Zuhause". - In dieser Stube mit den schwarzen kleinen Bildern, den schweigenden Büchern und dem alten Sofa, auf dem nie ein Mensch saß - ich fühlte das Trostlose, das Verlassene in dieser einsamen 
Stube, und ich schlug den Arm vors Gesicht und weinte.

Herr Sörensen zog mich auf seine Knie und drückte sein Gesicht an meines, er sagte leise: 
„Du bist ein guter, kleiner Bub." Und ich drückte mich noch feste an ihn und weinte herzzerbrechend. Als wir heimkamen, erzählte das Stubenmädchen meiner Mutter, ich hätte  „gebrüllt". Aber ich schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, ich habe nicht gebrüllt. Ich habe geweint. 
Und weißt du, ich habe deshalb geweint, weil nie jemand zu Herrn Sörensen kommt.
Nicht einmal am Heiligen Abend..." 

Später, als wir in eine andere Stadt zogen, verschwand Herr Sörensen aus meinem Leben. 
Ich hörte nie mehr etwas von ihm. Aber an jenem Tag, als ich an seiner Schulter weinte, fühlte ich, ohne es zu verstehen, zum ersten Male, daß es Menschen gibt, die einsam sind. 
Und daß es besonders schwer ist, allein und einsam zu sein an 

Weihnachten. 
 


                            Die achtjährige Virginia
 
von Tapsi
http://www.feierabend.com/

Die achtjährige Virginia O´Hanlon aus New York wollte es ganz genau wissen.
Darum schrieb sie an die Tageszeitung "Sun" einen Brief:

"Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr.
Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?"

Virginia O’ Hanlon

Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, dass er selber antwortete - auf der Titelseite der "Sun":

"Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen, sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können.
Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört.
Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein.

Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erträglich macht.
Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig.
Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.

Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute aus - schicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme ihn zu Gesicht - was
würde das beweisen?
Kein Mensch sieht in einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen.
Trotzdem gibt es sie.

All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen - das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen
und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst nur einige bunte Scherben finden, nichts weiter.
Warum?
Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreisen kann.
Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. "Ist das denn auch wahr?"kannst du fragen.
Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und beständiger.

Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia.
Dein Francis Church. 

 

                            Das goldene Verpackungspapier
 

von Louise
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Vor einiger Zeit, bestrafte ein Mann seine 5 Jahre alte Tochter für das Vergeuden einer Rolle kostbaren Goldverpackungspapieres. Geld war knapp und er war wütend, weil das Kind das ganze Goldpapier verbraucht hatte, um eine Schachtel zu verzieren, um sie unter den Weihnachtsbaum zu legen. Dennoch brachte das kleine Mädchen am folgenden Morgen die Geschenkschachtel ihrem Vater und sagte: "Das ist für dich, Papa."

Der Vater war verlegen weil er am Vortag so unbeherrscht gehandelt hatte.
Er öffnete die Geschenkschachtel und wurde wieder sehr zornig als er sah, dass sie leer war.
Wütend sagte er zu seiner Tochter: "Weißt du nicht, junge Dame, dass - wenn man Jemandem ein Geschenk gibt – auch etwas in der Verpackung sein sollte?"

Das kleine Mädchen betrachtete ihren Vater mit Tränen in den Augen und antwortete:
"Papa, sie ist nicht leer! ch hab so viele Bussis hineingegeben, bis sie ganz voll war."

Der Vater war ganz zerknirscht. Er kniete gerührt nieder, legte seine Arme um sein kleines Mädchen, und bat sie, ihm seinen ungerechtfertigten Zorn zu verzeihen.
Nur kurze Zeit später starb das kleine Mädchen bei einem Unfall.

Nach dem Tod seines kleinen Mädchens blieb dem Vater als einzige Erinnerung an sein höchstes Gut für den Rest seines Lebens nur die mit Goldpapier umwickelte Pappschachtel, die er sorgfältig neben seinem Bett stehen hatte. Immer wenn er durch
schwierige Probleme entmutigt wurde, öffnete er seine Goldschachtel und stellte sich vor, einen Kuss von seinem kleinen Mädchen heraus zu nehmen und erinnerte sich dabei an die lieb gemeinten Bussis seines Kindes, die ihre ganze Liebe 

dort hineingegeben hatte. 
 

 

 
Dieses traurige, unfassbare Ereignis einer kleinen Kinderseele, ging mir sehr nahe.
Bestimmt hast auch du, ihr meine lieben Träumerlis so eine wundervolle selbsgebastelte mit golden verzierte Schachtel. In dieser sehr viele Küsschen in Liebe gegeben, von unseren Lieben, oder Freunden. Du, ihr sie für alle Ewigkeit aufbewahrt, oder weiter gebet.
Sie ist ein sehr kostbarer Besitz, denn, in der eigenen Entfaltung liegt das Glück der Menschheit, auch jenem Seelenvögelchen, dass da steht  auf einem Bein, hatte tausend Schubladen
für sich ganz allein.
In unserem Inneren ist ein Stimmchen, das uns sagt, was gut für uns ist.
Wir können es nicht mit den Ohren hören, nicht riechen, nicht sehen, nicht schmecken:

aber mit dem Herzen  fühlen wir jede Tonlage!!! 
 


                                   Schlafende Quelle
 
Dunkel blaut die Winternacht,
irgendwo ein Sternlein wacht,
Still ist’s in der Waldeswelt,
leis der Schnee vom Aste fällt.

Dort beim alten Tannenbaum
schläft im tiefsten Wintertraum
die im Sommer silberhelle
plauderlust’ge Waldesquelle.

Starrgefroren ihre Flut
über grauen Steinen ruht,
unbeweglich, stumm und still,
wie’s der strenge Winter will.

Doch kaum hörbar, leise, leise
gluckst ein Quellchen unterm Eise,
‚s klingt als wie ein Seufzerlein:
„Wann wird’s wieder Frühling sein?“
 


 
 
*und wenn Vivien ausschläfelt hat, erzählt sie uns noch sehr viele, liebliche Weihnachtsmärchen, im Winterzauber*
*Ist mein Weg hier zu Ende, wünsch ich liebe Träume * dir * sag nicht Ade, komme ja morgen wieder*